KI auf Käferjagd: Forschung zum Anfassen begeistert in Hagenberg
Am 24. April 2026 verwandelte sich der Softwarepark Hagenberg erneut in eine lebendige Bühne für Innovation. Während der Langen Nacht der Forschung, dem größten Forschungsevent des Landes, öffneten zahlreiche Einrichtungen des Softwareparks ihre Türen. Für Begeisterung sorgte auch das Projekt SMARTbeetle, das Jagd auf Borkenkäfer macht.
Zwischen 17:00 und 23:00 Uhr nutzten rund 1.150 Besucher:innen die Gelegenheit, Forschung hautnah zu erleben. An 30 interaktiven Stationen präsentierten mehrere Aussteller, wie vielseitig und praxisnah moderne IT heute ist. Themen wie Künstliche Intelligenz, autonome Systeme, digitale Kommunikation sowie Lösungen für Energie und Umwelt standen im Mittelpunkt und konnten direkt ausprobiert werden.
Das Konzept ging auf: Die Mischung aus verständlicher Vermittlung und interaktiven Erlebnissen sprach alle Altersgruppen an. Neben den Ausstellungen sorgte ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für zusätzliche Highlights: Forschungsquiz, Fotobox, Walking-Acts sowie Führungen durch den Softwarepark ergänzten das Angebot. Kinderstationen und kulinarische Angebote rundeten den Abend ab und schufen eine einladende Atmosphäre.
Besonders junge Menschen wurden spielerisch an komplexe Themen herangeführt. „Es war einfach super!“, resümiert Stephan Winkler, wissenschaftlicher Leiter des Softwareparks Hagenberg. „So viele interessierte Besucher:innen von jung bis alt konnten sehen, welch spannende Forschung wir hier machen!“. Mit Blick auf die Rolle des Standorts ergänzt er: „Software und speziell KI hilft uns in unglaublich vielen Bereichen, das konnten wir den vielen Leuten zeigen. Wir sind eben einer der wichtigsten Hotspots für Forschung, Lehre und Anwendung zum Thema Software und KI!“
Ein besonderer Publikumsmagnet war das Forschungsprojekt SMARTbeetle, in dem der Softwarepark Hagenberg und der Building Innovation Cluster der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria mitwirken. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Künstliche Intelligenz konkret zur Lösung ökologischer Probleme beitragen kann. An mehreren Stationen konnten Besucher:innen unter anderem getrocknete Borkenkäfer durch das Mikroskop betrachten und mehr über deren Rolle als Forstschädling erfahren. Das große Interesse kam nicht von ungefähr: Der Borkenkäfer ist in vielen Regionen ein akutes Problem für Wälder und Forstwirtschaft. SMARTbeetle setzt genau hier an. Durch den Einsatz von Bioinformatik und KI werden gezielt spezifische Lockstoffe entwickelt, um die Käfer effektiver zu bekämpfen. Entscheidend ist dabei die internationale Zusammenarbeit mit Forschungspartnern aus Budweis und Brünn.
Wie stark das Projekt beim Publikum ankam, bestätigt Julia Vetter von der FH Oberösterreich: „Vor allem die interaktiven Elemente wie Quizfragen haben die Jüngeren begeistert und zum Mitmachen motiviert.“ Gleichzeitig hätten viele Waldbesitzer:innen die Relevanz des Projekts betont und große Erwartungen an konkrete Lösungen im Kampf gegen den Borkenkäfer geäußert. „Der Stand war durchgehend sehr gut besucht – und einige kannten das Projekt sogar schon.“ Auch Stephan Winkler bestätigt: „Das Interesse speziell an diesem Projekt war riesig, da so viele wissen, dass der Borkenkäfer ein großes Problem ist. Bioinformatik und Künstliche Intelligenz helfen hier bei der Entwicklung von spezifischen Lockstoffen, kooperative Forschung ist der Schlüssel zum Erfolg.“
Die Lange Nacht der Forschung im Softwarepark Hagenberg zeigte einmal mehr, wie erfolgreich Wissenschaftskommunikation sein kann, wenn sie interaktiv, offen und praxisnah gestaltet wird. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung des Standorts Hagenberg als eines der führenden Zentren für Forschung, Lehre und Anwendung für Software und Künstliche Intelligenz in Österreich.